Gebündelte Expertise für transplantierte Kinder und Jugendliche
Manfred-Roth-Stiftung unterstützt interdisziplinäres Forschungsprojekt für eine frühe Diagnostik von Organabstoßungen
Mit einer Fördersumme von 32.000 Euro unterstützt die Fürther Manfred-Roth-Stiftung ein interdisziplinäres Forschungsprojekt des Uniklinikums Erlangen, das die Lebensqualität von organtransplantierten Kindern und Jugendlichen verbessern soll. „Wir wollen eine Diagnostik entwickeln, die eine potenzielle Abstoßung des Spenderorgans bereits frühzeitig erkennt, sodass die Dosis der lebenslang einzunehmenden immununterdrückenden Medikamente reduziert werden kann“, erläutert Projektleiter Dr. Andreas Limmer. Der Biologe und Arbeitsgruppenleiter der Herzchirurgischen Klinik erarbeitet diesen neuen Forschungsansatz gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten sowie einem weiteren Biologen in verschiedenen Bereichen des Uniklinikums Erlangen. Beteiligt sind neben der Herzchirurgie Forschende der Kinder- und Jugendklinik und der Medizinischen Klinik 4 – Nephrologie und Hypertensiologie sowie des Transplantationszentrums Erlangen-Nürnberg. „Unser langfristiges Ziel ist es, am Uniklinikum eine interdisziplinäre Forschungsgruppe für Transplantationswissenschaft zu initiieren“, betont Dr. Limmer. Die 32.000-Euro-Spende an die Forschungsstiftung Medizin stockt das Uniklinikum Erlangen im Rahmen seines Matching-Funds-Programms auf insgesamt 40.320 Euro auf.
Die von dem Forschungsteam untersuchte neuartige Diagnostik soll insbesondere das Leben von Menschen, die bereits im Kindes- oder Jugendalter transplantiert werden mussten, verbessern und verlängern. Denn: Eine maximale Unterdrückung des Immunsystems, die sogenannte Immunsuppression, verhindert zwar die Abstoßung der transplantierten Organe, hat aber den Nachteil, dass die Betroffenen anfälliger für Infektionen sind und etwa zehn Prozent von ihnen in den Folgejahren Tumoren entwickeln können. „Aktuell können Abstoßungsreaktionen erst erkannt werden, wenn das Organ bereits stark geschädigt ist“, erklärt Andreas Limmer. „Wir wollen deshalb mittels erprobter Algorithmen, die bereits in der Tumorforschung genutzt werden, eine frühzeitige Diagnostik entwickeln, durch die wir bei einer möglichen Abstoßung wertvolle Zeit für Gegenmaßnahmen gewinnen.“ Die reduzierte Immunsuppression würde vor allem Kindern und Jugendlichen helfen, die noch ein langes Leben mit dem neuen Organ vor sich haben, aber durch ständige Medikamenteneinnahmen und strenge Hygieneregeln in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind. „Da alle Transplantationen standardisiert sind, ließe sich unsere Diagnostik zudem in die üblichen Abläufe eines Eingriffs einbauen – egal, ob dieser hier am Uniklinikum Erlangen oder in einer anderen Klinik vorgenommen wird“, so Dr. Limmer.
Weitere Informationen:
Dr. Andreas Limmer
09131 85 39410
andreas.limmer(at)uk-erlangen.de




